Lingamassage

Bei der Lingamassage handelt es sich um eine Form der Tantra Massage. Lingam steht für das männliche Geschlechtsorgan, Yoni für das weibliche. Die Yonimassage ist also das Pendant zur Lingamassage. Die Tatsache, dass die nähere Bezeichnung nicht für das weibliche, oder männliche Prinzip an sich steht, sondern sich auf die Geschlechtsorgane bezieht, ist kein Zufall. Penis und Hoden, sowie äußere und innere Scheide evtl. auch die Bereiche After und Anus werden in die Massage einbezogen. Damit gehört die Tantra Massage sicherlich zu den erotischen Massagen. Doch die Grenzen sind klar festgelegt. Der Massierte ist der Empfangende. Der gegenseitige Austausch von Zärtlichkeiten und Berührungen ist nicht Teil der Massage. Sexuelle Höhepunkte können aber durchaus erlebt werden, aber sie werden nicht forciert.

Wer fühlt sich von einer Tantra Massage angesprochen?

Jeder, der Gefallen findet an Teil- oder Ganzkörpermassagen wird das wohlige Gefühl, das sich dabei einstellt, genießen. Diese Empfindungen können durchaus auch sexuelle Lust erregen. Bei den üblichen therapeutischen Massagebehandlungen, aber auch bei den sehr viel sinnlicheren Wellnessmassagen wird diese Lust nur für Sekundenbruchteile aufflackern. Zu klar ist hier der Rahmen abgesteckt. Doch wie naheliegend ist es, das wundervolle Körpergefühl, dass sich durch eine entspannende Massage einstellt auszuweiten und die sexuelle Energie einzubeziehen. Auf diese Weise lässt sich ein intensives, ganzheitliches und grenzenloses Wohlgefühl erleben, dass Körper und Seele ungeahnte Sphären erreichen lässt.

Was unterscheidet einen Besuch beim Tantra Therapeut von einem Abstecher in ein Etablissement für Erotikmassagen?

Wer noch wenige oder keine Berührungspunkte mit Tantra Massagen hatte, wird versucht sein, diese Form der Körperarbeit in der Schmuddel Ecke anzusiedeln und hat womöglich Witzchen über die vielzitierten „Happy End Massagen“ im Kopf. Ohne diese Art Dienstleistung herabsetzen zu wollen, geht es bei einer seriösen und traditionell verstandenen Tantra Massagen um mehr als um einen sexuellen Höhepunkt. Im Vordergrund steht die tiefempfundene Liebe. Und diese Liebe, die nicht zielgerichtet, nicht besitzergreifend, nicht wertend und nicht einmal vom Gegenüber abhängig ist, wird dem Massierten vom Masseur geschenkt. Vielleicht werden an dieser Stelle Unkenrufe laut. Der Einwand, dass die Lingamassage ihren Preis hat, ist ja durchaus berechtigt. Zu bedenken ist aber, dass sowohl die Räumlichkeiten, als auch die Zeit des Tantra Therapeuten berechnet werden muss. Die Liebe, die er schenkt, ist hingegen nicht käuflich. Zu diesem Anspruch gehört auch, dass die Lingamassage, ebenso wie die der Yonimassage, ganz unabhängig von der eigenen sexuellen Orientierung sowohl von einem männlichen, als auch von einem weiblichen Tantra Masseur empfangen werden kann. Die Tatsache, dass viele Frauen begeistert sind von den Möglichkeiten und Erfahrungswelten, die sich ihnen durch Tantra Massagen eröffnet haben, spricht für sich. Der Anteil an Frauen, die bereit sind für sexuelle Dienstleistungen zu bezahlen ist sehr viel geringer als der der Männer. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der, dass viele Tantra Therapeuten sich auch auf die Bedürfnisse körperlich eingeschränkter und versehrter Menschen einstellen. Wie wertvoll diese Arbeit sein kann, lässt sich erahnen.

Was geschieht bei einer Lingamassage?

In der Regel findet vor der eigentlichen Massage ein Gespräch statt, in dem der Mann den Masseur oder die Masseurin kennenlernen können und Wünsche oder Grenzen geäußerten werden. Je offener dieses Gespräch, desto intensiver kann die Lingamassage erlebt werden. Insbesondere die Beweggründe dafür, eine Lingamassage auszuprobieren, sollten thematisiert werden. Im Vorfeld steht natürlich die wichtige Entscheidung darüber, ob man(n) sich den Händen eines Mannes, oder doch lieber denen einer Frau ausliefern möchte. Vielleicht lässt sich vorab auch noch klären, inwieweit der Tantra Masseur bekleidet ist. Viele bevorzugen es ebenfalls nackt, oder kaum bekleidet zu sein, um keine unnötige Distanz zu dem Menschen aufzubauen, der ihre Massage empfangen wird. Meist wird vor und nach der Lingamassagage noch eine Dusche genommen. Im Unterschied zu anderen Massagen findet die Lingamassage meist nicht auf einer Massageliege statt, sondern besser auf einer Art Futon, in bodennähe. Der große Vorteil liegt darin, dass sowohl Masseur/in, als auch der Massierte sich ganz hingeben können, ohne befürchten zu müssen, von der Liege zu fallen.

Ansonsten beginnt die Lingamassage wie eine Ganzkörper Wohlfühlmassage. Natürlich kommt dabei auch viel erwärmtes, wohlduftendes und pflegendes Öl zum Einsatz. Zunächst liegt der Mann dabei auf dem Bauch und die gesamte Rückseite von Nacken, Schultern und Rücken, über Po, Oberschenkel und Waden, bis hin zu den Füßen werden in langen, streichenden Bewegungen massiert. Dabei können neben den Händen auch die Unterarme, oder der Oberkörper der Shakti, der weiblichen, oder des Shiva, also des männlichen Masseurs zum Einsatz kommen. Über die Seite, die ebenfalls in die Massage einbezogen werden kann, dreht sich der Mann dann auf den Rücken, damit Brust, Bauch und Unterleib, sowie die Vorderseite der Beine ebenfalls massiert werden können. Die Aussicht drauf, dass bei der Lingamassage früher oder später auch das Geschlecht selbst verwöhnt wird, erzeugen zusammen mit den sehr intuitiven und sinnlichen Berührungen für gewöhnlich von Anfang an dafür, dass sich eine sexuelle Spannung aufbaut. Das Besondere hierbei ist, dass diese Spannung über einen sehr langen Zeitraum auf hohem Niveau gehalten wird. Sollte es im Laufe der Lingamassage zu einem sexuellen Höhepunkt kommen, wird dieser aller Wahrscheinlichkeit nach weit intensiver erlebt, als gewöhnliche Orgasmen.

Die eigentliche Hinwendung zum Lingam, im Sanskrit meint dieses Wort Zeichen, Symbol, erfolgt zunächst durch leicht kreisende und vibrierende Bewegungen der flachen, nach unten gerichteten Hand. Die Hand ruht dabei nur leicht auf dem Lingam, ob dieser erigiert ist, oder nicht, ist dabei vollkommen nebensächlich. Bevor zu den am Penisschaft entlang streichenden Bewegungen übergegangen wird, kann nochmals warmes Öl in den Händen verteilt werden. Die Massage erstreckt sich nun über die gesamte Länge des Penis. Eichel und Hodensack, Vorhaut und After, Innenschenkel und Po werden einbezogen. Auch wenn bestimmte Massagegriffe und Techniken dazu gehören, folgt die Lingamassage keinen Gesetzten. Wird die Erregung zu stark, wird die Massage angepasst und eine ruhigere Gangart gewählt. Denn der eigentliche Sinn der Lingamassage besteht darin, die sexuelle aufgebaute Energie in Lebensenergie umzuwandeln. Doch ein Samenerguss wird keinen erfahrenden Masseur aus der Ruhe bringen, denn um die Finger-und Faustmassage der Eichel, das Ab- und Eingleiten auszuhalten, ist ein gewisses Maß an Übung erforderlich.

Was kann die Lingamassage?

Neben dem eigentlichen Sinn der Lingamassage, der erwähnten Umwandlung sexueller Energie in Lebenskraft, können mit ihrer Hilfe auch viele andere positive Effekte erzielt werden. Auf der psychischen Ebene kann es für viele Männer sehr befreiend sein, ihre Sexualität in einem geschützten Rahmen ganz ohne Leistungsdruck erleben zu dürfen. Diesem Druck entgehen nämlich meist auch die Männer nicht, die aus Neigung oder Aufgrund von Partnerlosigkeit Prostituierte aufsuchen. Auch die intensive Nähe, die sich zu Shiva oder Shakti aufbaut und das Gefühl des bedingungslosen Angenommenseins, kann natürlich eine sehr heilsame Wirkung haben. Potenzstörungen können sowohl psychische, als auch körperliche Ursachen haben. Bei beiden kann die Lingamassage unterstützend wirken. Auf der körperlichen Ebene stärkt und entspannt die Lingamassage den männlichen Beckenboden. Da auch die Prostatamassage Bestandteil der Lingamassage sein kann, wird auch diesem sensiblen Bereich des männlichen Körpers Aufmerksamkeit geschenkt. Eine Prostatamassage kann als sehr angenehm empfunden werden und wenn dem so ist, wird die empfindliche Vorsteherdrüse von den sanften Berührungen beglückt sein.

Was ist der Ursprung der Lingamassage bzw. des Tantra?

Tantra ist eine von mehreren buddhistischen Lehren, die alle, zum Teil auf ganz unterschiedlichen Wegen, das selbe Lebensziel verfolgen: vollständige Erleuchtung. Wer glaubt, Tantra diene in erster Linie zur Potenzsteigerung und Orgasmusmaximierung, der irrt. Auch wenn dies Nebeneffekte sind. Kritiker werfen dem Tantra genau dies vor. Doch auch die sinnvollsten und bestausgedachten Lehren lassen sich missbrauchen. Im Falle des Tantra jedoch können selbst die eben zitierten Nebeneffekte eine durchaus positive Wirkkraft und Eigendynamik entwickeln. Eine erfüllte Sexualität, die intime Zusammenkunft mit einem Menschen, dem man sich eng verbunden fühlt, kann jedenfalls bestimmt nicht schlecht sein. Der Tiefe Friede und die Beglückung, die man in sich und mit dem anderen und vielleicht auch mit dem göttlichen fühlt, nachdem man erfüllenden Sex erlebt hat, sprechen für sich.

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